Harald Blauzahn: Der Wikingerkönig, nach dem Bluetooth benannt ist
09. September 2026 · HistoryBytes Team
Wenn du gerade kabellose Kopfhörer trägst, hast du wahrscheinlich noch nie darüber nachgedacht, wer eigentlich Bluetooth heißt. Die Antwort: ein echter Wikingerkönig, der vor über 1.000 Jahren gestorben ist. Sein Name war Harald Blauzahn – und sogar das Bluetooth-Logo, das du täglich siehst, sind seine Initialen, geschrieben in nordischen Runen. Aber wer war dieser Mann wirklich, bevor ein Intel-Ingenieur der 1990er-Jahre seinen Namen für eine Funktechnologie ausgrub?
War Harald Blauzahn wirklich real?
Ja – und das ist keine Selbstverständlichkeit bei Wikinger-Königen, über die oft nur Sagen und mündliche Überlieferung existieren. Harald ist durch die Jelling-Steine belegt, zwei riesige Runensteine in Dänemark, die sein Vater und er selbst errichten ließen. Der größere der beiden Steine trägt eine Inschrift, in der Harald sich selbst rühmt, "ganz Dänemark" gewonnen und die Dänen zum Christentum bekehrt zu haben. Es ist quasi die älteste erhaltene Werbebotschaft Dänemarks – in Stein gemeißelt, damit sie niemand vergisst.

Wikinger, Däne – und zeitweise auch König von Norwegen
Harald regierte von etwa 958 bis 986 n. Chr. über Dänemark. Er war zweifellos ein Wikinger im vollen Sinn des Wortes – doch anders als das gängige Klischee von reinen Plünderern war er vor allem ein Staatsgründer. Er einte zersplitterte dänische Gebiete zu einem einzigen Königreich, ließ gewaltige Ringfestungen wie Trelleborg errichten und beherrschte zeitweise auch Teile Norwegens. Sein Reich war für kurze Zeit eines der mächtigsten in ganz Nordeuropa.

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Der Wikingerkönig, der das Kreuz brachte
Harald war der erste dänische König, der offiziell zum Christentum übertrat – und er zwang sein gesamtes Reich, ihm zu folgen. Das war keine kleine Entscheidung: Er brach damit mit den alten nordischen Göttern, die Generationen von Wikingern verehrt hatten, und öffnete Dänemark politisch und kulturell gegenüber dem christlichen Europa.
War er deshalb ein "guter" König? Die Antwort ist nicht so einfach. Chronisten seiner Zeit beschrieben ihn widersprüchlich – mal als klug und glaubensstark, mal als eigensinnig und wenig weise. Fest steht: Er einte ein Reich, das vorher zersplittert war, und legte damit das Fundament für das moderne Dänemark. Sein Ende allerdings war alles andere als königlich.

Zwei hartnäckige Verwechslungen
Zwei Dinge werden Harald Blauzahn oft fälschlich zugeschrieben. Erstens: Er war nicht König von England – das war rund 80 Jahre später ein anderer nordischer Herrscher namens Harald bzw. Harold, was die Namen im Nachhinein leicht durcheinanderbringt. Zweitens: Eine direkte, historisch gesicherte Verwandtschaft zu Ragnar Lothbrok – der ohnehin teils legendären Sagenfigur – lässt sich nicht sauber belegen. Manche spätere Sagen versuchen, Stammbäume zu konstruieren, die berühmte Wikingernamen miteinander verknüpfen, doch die historische Beweislage dafür ist dünn.
Vom Runenstein zum Kopfhörer-Symbol
Über 1.000 Jahre nach seinem Tod las ein Intel-Ingenieur namens Jim Kardach in den 1990er-Jahren über Wikingergeschichte – und stieß auf die Geschichte von Harald, der zersplitterte Stämme zu einem Königreich vereinte. Kardach suchte gerade einen Codenamen für eine neue Funktechnologie, die verschiedene Geräte "vereinen" sollte. Der Vergleich passte zu gut, um ihn zu ignorieren: Bluetooth war geboren.
Sogar das heutige Bluetooth-Symbol ist keine Erfindung, sondern eine bewusste Hommage: Es kombiniert die nordischen Runen für "H" (ᚼ) und "B" (ᛒ) – Haralds Initialen – zu einem einzigen Zeichen.






