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Haben die Wikinger Amerika entdeckt? Was belegt ist

5. November 202610 Min. LesezeitRead in English
Ein hochbordiges nordisches Handelsschiff mit einem gestreiften quadratischen Segel nähert sich im Morgenlicht einer felsigen, grünen Küste in Neufundland, am Strand liegen Nebelschwaden und im Hintergrund zeichnen sich flache Hügel abAI

Haben die Wikinger Amerika entdeckt?

Ja, als die ersten bekannten Europäer: Nordleute aus Grönland erreichten um das Jahr 1000 Nordamerika, rund 500 Jahre vor Kolumbus. Belegt ist das durch L'Anse aux Meadows auf Neufundland, wo Holz im Jahr 1021 gefällt wurde. Eine leere Neue Welt entdeckten sie nicht, dort lebten längst Menschen. Vieles Weitere stammt aus zwei Sagas, die erst gut zwei Jahrhunderte später entstanden.

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Das ist die Antwort in Kürze. Wer sie prüfen will, kann in HistoryBytes in der Season Viking Sagas Fragen zu Wikingern, Grönland und Vinland beantworten, mit Karten und Quiz, bevor oder nachdem er den Artikel liest.

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Eine Frage mit einem festen Beweis und vielen Legenden

Kaum eine Wikingerfrage wird so oft gestellt wie diese: Waren sie vor Kolumbus in Amerika? Die Antwort ist unter Fachleuten unumstritten, seit der Norweger Helge Ingstad 1960 auf Neufundland die Reste einer nordischen Siedlung fand. Umstritten ist alles, was danach kommt: wie lange sie dort blieben, wo das sagenhafte Vinland lag und ob die Funde weiter südlich echt sind.

Wer die Frage ernst nimmt, muss deshalb drei Dinge trennen. Erstens, was die Grabung beweist: ein Stützpunkt, ein Datum, ein Besuch von Menschen aus Grönland. Zweitens, was nur die Sagas erzählen: Namen, Streit, Handel, Geburten, aufgeschrieben lange nach den Ereignissen. Und drittens, was nichts beweist, nämlich eine Karte, ein Runenstein und ein Turm, die mit den Nordleuten nichts zu tun haben. Wenige Wochen nach der Meldung über eine neue nordische Kirche in Grönland, die wir im Oktober vorgestellt haben, zeigt dieser Artikel, wohin die Reise von dort aus ging.

L'Anse aux Meadows: der einzige gesicherte Platz

Der Norweger Helge Ingstad suchte 1960 an der Küste von Neufundland nach nordischen Landeplätzen. In L'Anse aux Meadows, ganz im Norden der Insel, zeigte ihm ein Einheimischer überwachsene Hügel. Ab 1961 grub Ingstads Frau, die Archäologin Anne Stine Ingstad, dort mit Teams aus Norwegen, Island, Schweden und den USA, später arbeitete auch die kanadische Parkverwaltung. Die UNESCO nahm den Ort 1978 in die Welterbeliste auf.

Die Hügel waren die Reste von acht Gebäuden aus Torf über Holzgerüsten, nach isländischer Art um das Jahr 1000: drei große Hallen, ein kleines Haus, drei Hütten und eine Schmiede, in der Raseneisenerz verhüttet wurde. Zu den Funden gehören Eisennägel von Schiffsreparaturen, Eisenschlacke, die die Ureinwohner der Gegend nicht herstellten, eine bronzene Gewandnadel nach Art der nordischen Siedlungen in Irland und Schottland, ein Spinnwirtel aus Speckstein und eine Knochennadel, die als Werkzeug von Frauen gelten. Nach der Archäologin Birgitta Wallace von der kanadischen Parkverwaltung boten die Hallen Platz für etwa 70 bis 90 Menschen aller Ränge. Die Müllhaufen sind winzig, Ställe und Tierknochen fehlen. Es war ein Stützpunkt für Erkundung und Schiffsreparatur, kein Bauernhof.

Ein einzelner Platz ist wenig, aber er genügt für die Kernaussage: Nordleute waren in Nordamerika, und sie waren es um das Jahr 1000.

Eine nordische Halle aus Torf mit grasbewachsenem Dach und Rauchlöchern aus Holz steht um das Jahr 1000 hinter einem Zaun aus Holzpfählen an der felsigen Küste von Neufundland, das Meer liegt dahinter, keine MenschenAI
So bauten die Nordleute in Neufundland: Torf über Holzgerüsten, nach isländischer Art.

Ein Sonnensturm in den Baumringen

Wann genau die Nordleute dort waren, wusste man lange nur ungefähr. Radiokarbonmessungen ergaben Werte zwischen 990 und 1050. 2021 gelang einem Team der Universität Groningen um Michael Dee und Margot Kuitems, mit der Archäologin Birgitta Wallace, ein jahrgenaues Datum. Sie nutzten ein Ereignis, das in den Jahren 992 und 993 die Erde traf: ein Ausbruch kosmischer Strahlung, der in den Baumringen jenes Jahres weltweit mehr radioaktiven Kohlenstoff hinterließ als sonst.

Das Team untersuchte drei Holzstücke von drei verschiedenen Bäumen, zwei Tannen und wahrscheinlich ein Wacholder, die mit Metallklingen bearbeitet worden waren, wie sie die Ureinwohner der Gegend damals nicht herstellten. Bei allen dreien lag der Ausschlag von 993 im 29. Ring von der Rinde aus gerechnet, das bedeutet: Die Bäume wurden 28 Jahre später gefällt, im Jahr 1021. Das war der erste jahrgenaue Beleg für Europäer in Amerika vor Kolumbus, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature.

Was das Datum nicht sagt, ist ebenso wichtig. Es zeigt ein Jahr, in dem Nordleute dort Holz schlugen, aber nicht, ob es am Anfang oder Ende ihres Aufenthalts lag. Dee betonte, die Nordleute könnten schon früher angekommen sein. Wallace folgerte aus dem Datum, der Platz sei vielleicht gelegentlich etwa 20 Jahre lang genutzt worden und nicht nur drei, wie man lange annahm. Andere gingen von einer kurzen Besiedlung aus. Die Dauer bleibt umstritten.

Der Querschnitt eines Baumstamms mit eng stehenden Jahresringen liegt auf einer hölzernen Werkbank im weichen Licht, daneben liegen ein Messschieber aus Messing und Holzspäne, keine MenschenAI
Ein Sonnensturm von 993 markiert die Baumringe: Drei Bäume wurden 1021 gefällt.

Beweis für Reisen weiter nach Süden

Zwischen den Holzabfällen lagen auch Nüsse, die in Neufundland nicht wachsen: Butternüsse, auch Graue Walnüsse genannt, und ein Stück Maserholz desselben Baumes. Die Art wächst weiter im Süden, ihre Nordgrenze verläuft nach der Archäologin Wallace durch das Innere von New Brunswick und das Tal des Sankt-Lorenz-Stroms. Jemand muss die Nüsse dorthin gebracht haben, und er kam zurück.

Das passt zu den Sagas, nach denen die Nordleute nach Süden fuhren, um Trauben und Holz zu holen. Zugleich schränkt es den Beweis ein: Es gibt keinen zweiten gesicherten Platz, an dem sie gewesen wären, weder in Neu-Braunschweig noch an der Küste der heutigen USA. Die Butternüsse zeigen Reisen, keine Siedlungen.

Drei Butternüsse und ein geschnitztes Stück Maserholz liegen auf grobem Holz im Lampenlicht, daneben ein kleines Eisenmesser, keine MenschenAI
Butternüsse wachsen nicht auf Neufundland: Sie zeigen Reisen nach Süden.

Zwei Erzählungen, zwei Versionen

Die Erzählung von Vinland steht in zwei isländischen Sagas, die beide nach gängiger Datierung im 13. Jahrhundert aufgeschrieben wurden, also gut zwei Jahrhunderte nach den Ereignissen: der Saga von den Grönländern (Grænlendinga saga) und der Saga von Erik dem Roten (Eiríks saga rauða). Sie erzählen dieselbe Geschichte unterschiedlich. Nach der Grönländer-Saga sichtet der Kaufmann Bjarni Herjólfsson als Erster Land, ohne es zu betreten, und Leif Eriksson, Sohn Eriks des Roten, fährt später gezielt hin und gibt den Ländern ihre Namen: Helluland, das Land der flachen Steine, Markland, das Waldland, und Vinland. Nach der Eriks-Saga dagegen findet Leif das neue Land zufällig, als ein Sturm ihn auf der Rückreise von Norwegen vom Kurs abbringt.

Die älteste schriftliche Erwähnung stammt aus Deutschland: Um 1075 schrieb der Bremer Chronist Adam von einem Land namens Winland, in dem wilder Wein wachse, und nannte als Quelle den dänischen König. Dass beide Texte Jahrhunderte nach den Ereignissen entstanden und nach Einschätzung der Forschung auch politische Zwecke verfolgten, zum Beispiel den Ruhm von Familien, die sich auf Vinland-Fahrer zurückführten, macht sie zu einer schwierigen Quelle. Die Grabung bestätigt den Rahmen. Namen, Dialoge und Motive bleiben Literatur.

Leif, Karlsefni, Gudrid und Freydís

Wer die Sagas liest, begegnet Gestalten, die wir nur aus ihnen kennen. Bjarni Herjólfsson soll um 985 oder 986 Land gesehen haben, aber ob es ihn gab, ist nicht belegt. Leif Eriksson, der Glückliche, ist der erste namentlich genannte Europäer, der amerikanischen Boden betrat. Sein Bruder Thorvald fällt nach der Grönländer-Saga bei einem Gefecht mit Einheimischen durch einen Pfeil.

Die größte Expedition führt der isländische Kaufmann Thorfinn Karlsefni an, mit seiner Frau Gudrid. Nach der Grönländer-Saga zieht er mit 60 Männern, fünf Frauen und Vieh zu Leifs Häusern, nach der Eriks-Saga sind es 160 Menschen. In beiden Sagas kommt dort ihr Sohn Snorri zur Welt, das erste europäische Kind in Amerika, wenn man den Texten glaubt. Das Paar kehrt nach Island zurück, und die Sagas zählen später mehrere Bischöfe zu ihren Nachkommen, ein Hinweis darauf, warum diese Familie so gut wegkommt.

Besonders unterschiedlich ist Freydís, die Tochter Eriks des Roten. In der Eriks-Saga steht sie schwanger den Angreifern gegenüber und verscheucht sie, indem sie ihre Brust mit einem Schwert schlägt. In der Grönländer-Saga lässt sie zwei isländische Brüder samt ihren Männern töten und erschlägt selbst die Frauen. Welches Bild näher an der wirklichen Frau liegt, wissen wir nicht.

Nordleute mit hellem Haar in Wollkleidung ziehen ein breites hochbordiges Handelsschiff auf einen Kiesstrand an der Mündung eines Flusses in Neufundland, Möwen kreisen über dem Wasser, im Hintergrund stehen NadelbäumeAI
Die Sagas erzählen von mehreren Fahrten von Grönland nach Westen, die Bilder sind eine Vorstellung.

Begegnung mit den Menschen, die schon dort lebten

Die Nordleute nannten die Menschen, denen sie begegneten, Skrälinge, ein Wort, das vermutlich "Fellträger" bedeutet. Das war ihre Bezeichnung und nicht der Name dieser Menschen, und die Sagas zeigen sie nur durch nordische Augen. In L'Anse aux Meadows selbst wohnte während des Aufenthalts niemand, aber Ureinwohner lagerten dort schon seit Jahrtausenden, vor den Nordleuten und danach. Wallace vermutet, dass die Menschen im Süden, am Ort Hóp, Vorfahren der Mi'kmaq waren.

Die Sagas berichten von Handel und von Gewalt. Die Fremden tauschten Pelze und wollten Waffen kaufen, was Karlsefni verbot. In der Eriks-Saga begehren sie vor allem rotes Tuch, von dem die Nordleute immer schmalere Streifen abschnitten. Dann kommt es zu Kämpfen, und die Nordleute sind darin nicht die Unschuldigen: In der Grönländer-Saga erschlagen sie acht Männer, die unter ihren Booten schlafen, und in der Eriks-Saga nehmen sie zwei Jungen mit nach Grönland. Der Grund für den Abzug steht in der Eriks-Saga: Karlsefni sah, dass das Leben dort, trotz des guten Landes, voller Angst und Unruhe sein würde.

Nordleute in Wollkleidung und Menschen in Fellkleidung tauschen an einem Strand Pelze gegen Stoff, am Ufer liegen Boote aus Fell, es ist Morgen und flacher Nebel liegt über dem WasserAI
Die Sagas berichten vom Handel mit Pelzen, die Darstellung ist eine Vorstellung.

Zu weit, zu wenige, zu wenig zu holen

Die Funde zeigen: Der Stützpunkt wurde geordnet verlassen, ohne Spuren von Kämpfen. Die Gründe liegen nach Wallace auch auf der Seite Grönlands. Die Kolonie begann mit vielleicht 400 bis 500 Menschen und wuchs später auf mindestens 2.000, genug für einzelne Expeditionen, nicht für eine zweite Siedlung. Der Bau von L'Anse aux Meadows band nach ihrer Schätzung 60 bis 90 Arbeiter über Wochen.

Dazu kam ein wirtschaftlicher Punkt: Vinland bot Holz, Trauben und Nüsse, aber nicht, was die Grönländer aus Europa brauchten, etwa Mehl, Salz, Schwertklingen oder feines Tuch. Und was Europa von Grönland wollte, Walross- und Narwalelfenbein, kam aus dem Norden und nicht aus dem Süden. Die Fahrten nach Markland gingen trotzdem weiter: Ein isländischer Bericht erwähnt für 1347 ein Schiff, das von dort nach Island verschlagen wurde. Dann endete auch Grönland, die Westsiedlung wurde um die Mitte des 14. Jahrhunderts aufgegeben.

Die Funde, die nicht stimmen

Zu jeder Wikinger-Amerika-Frage gehören Funde, die es nicht gibt. Die Vinland-Karte tauchte 1965 an der Universität Yale auf und sollte um 1440 entstanden sein, mit einer Insel "Vinlanda Insula" westlich von Grönland. 2021 untersuchte ein Team von Yale die gesamte Karte mit Röntgenfluoreszenz und Raman-Mikroskopie und fand überall in der Tinte eine Titanverbindung, die erst ab den 1920er-Jahren hergestellt wurde. Auf der Rückseite war eine lateinische Notiz mit moderner Tinte überschrieben, vermutlich um die Karte mit einer echten Handschrift des 15. Jahrhunderts zu verbinden. Der Kurator Raymond Clemens sagte: "Die Vinland-Karte ist eine Fälschung." Schon 1973 hatte eine Studie moderne Tinte gefunden.

Der Kensington-Runenstein, den ein Farmer 1898 in Minnesota gefunden haben will und dessen Text das Jahr 1362 nennt, gilt Fachleuten seit langem als Fälschung des 19. Jahrhunderts. Zu Point Rosee im Südwesten Neufundlands, das die Archäologin Sarah Parcak per Satellitenbild ausgemacht hatte, berichtete die Kanadische Presse 2018, die Grabungen von 2015 und 2016 hätten die meisten Hinweise auf nordische Aktivität widerlegt. Mit den Nordleuten haben auch der Newport-Turm in Rhode Island und ähnliche Bauten nichts zu tun. Die Vinland-Karte ist, wie eine Expertin sagt, für das Verständnis nordischer Reisen westlich von Grönland ohne Bedeutung.

Eine alte Pergamentkarte mit von Hand gezeichneten Küstenlinien liegt auf einem Schreibtisch unter einer Lupe im Lampenlicht, daneben stehen Tintenfass und Feder, keine Menschen, keine Schrift auf der KarteAI
Die Vinland-Karte sieht alt aus, ihre Tinte ist es nicht.

Fünf offene Fragen

Erstens, die Dauer: Wie lange L'Anse aux Meadows genutzt wurde, schwankt zwischen wenigen Jahren und etwa 20 Jahren mit Unterbrechungen. Zweitens, der Ort: Wo Vinland lag, ist umstritten. Wallace sieht darin eine Region um den Sankt-Lorenz-Golf, L'Anse aux Meadows wäre danach der nördliche Stützpunkt. Der südliche Platz Hóp ist nicht gefunden, und ein gesicherter Platz in den heutigen USA fehlt.

Drittens, der Name: Alle mittelalterlichen Quellen, die ihn erklären, führen Vinland auf Wein zurück. Eine Minderheit, vom schwedischen Philologen Sven Söderberg 1898 vorgeschlagen und von Ingstad vertreten, liest das Wort mit kurzem Vokal als "Wiesenland". Die Philologen haben das nicht angenommen, und die Butternüsse zeigen, dass die Nordleute Gegenden mit wilden Trauben erreichten. Viertens, die Menschen: Ob Bjarni, Karlsefni und Freydís so handelten, wie die Sagas es erzählen, ist offen. Fünftens, die Zahl der Fahrten: Die Sagas nennen bis zu sechs Expeditionen, die Archäologie kann nur einen einzigen Platz belegen.

Die Belege im Überblick, was eine Kurzantwort nicht zeigt

Zum Schluss alles auf einen Blick, mit der Trennung von Fakt und Erzählung.

EinordnungWas dazugehört
Gut belegtL'Anse aux Meadows, 1960 von Helge Ingstad gefunden, ab 1961 von Anne Stine Ingstad ausgegraben, 1978 UNESCO-Welterbe; acht Torfgebäude, Eisenschlacke, Schiffsnägel, Gewandnadel, Spinnwirtel; Holz im Jahr 1021 gefällt (Nature 2021, Kuitems und Dee, über das Ereignis von 993); Butternüsse als Beleg für Reisen nach Süden; Vinland-Karte 2021 von Yale als Fälschung bestätigt
ÜberliefertBjarni, Leif, Thorvald, Karlsefni, Gudrid, Snorri, Freydís; die Namen Helluland, Markland, Vinland; Handel und Kämpfe mit den Skrälingen; der Grund des Abzugs; Adams Erwähnung von Winland um 1075; ein Schiff aus Markland 1347
Umstritten oder offenDauer der Nutzung (wenige Jahre oder etwa 20); Lage von Vinland und von Hóp; Bedeutung des Namens (Wein oder Wiese); wer die Sagas wie weit beeinflusste; Zahl der Fahrten

Ein Bild aus fünf Blickwinkeln

Die Reise nach Westen zeigt, wie viel in einer einzigen Frage steckt. In HistoryBytes ist jede Season in fünf Kategorien aufgeteilt, und diese Geschichte berührt alle fünf: Leif Eriksson als Person, L'Anse aux Meadows als Ort, die Fahrt von 1021 als Ereignis, die Frage, was Entdeckung heißt, wenn schon Menschen dort leben, als Idee, die Gewandnadel aus Bronze als Objekt. So entsteht in der Season Viking Sagas das Gesamtbild einer Welt, die vom Nordatlantik aus gedacht und gesegelt wurde.

Entdeckt oder erreicht?

Die Nordleute waren die Ersten, von denen wir wissen, dass sie von Europa aus nach Amerika kamen, und sie kamen fünf Jahrhunderte vor Kolumbus. Aber sie fanden kein leeres Land, sie blieben nicht, und ihre Fahrten veränderten Europa nicht. Das macht ihre Geschichte nicht kleiner. Es macht sie genauer: Ein Stützpunkt, ein Jahr, eine Handvoll Nüsse und zwei Sagas, die sich uneinig sind. Alles Weitere ist Vermutung oder Fälschung. Wer das auseinanderhält, hat von den Nordleuten in Amerika mehr verstanden als die meisten Legenden zeigen.

Ein hochbordiges nordisches Handelsschiff mit gestreiftem quadratischem Segel segelt bei Sonnenaufgang über das offene Meer, die Wellen sind lang und der Himmel leuchtet orange, keine Menschen an Deck sichtbarAI
Von Grönland nach Westen: Der Weg nach Neufundland führte über offenes Meer.

Quellen und Stand: 5. November 2026

Margot Kuitems, Michael Dee u. a., "Evidence for European presence in the Americas in AD 1021", Nature (2021 online, 2022 im Heft); Birgitta Wallace, "The Norse in Newfoundland: L'Anse aux Meadows and Vinland", Newfoundland Studies (2003); Parks Canada und UNESCO zu L'Anse aux Meadows; die Saga von den Grönländern und die Saga von Erik dem Roten in der englischen Übersetzung von Arthur Middleton Reeves (1890); Adam von Bremen, Gesta Hammaburgensis, um 1075; Yale News, 1. und 2. September 2021, zur Vinland-Karte, mit NPR (30. September 2021). Diese Seite wird aktualisiert, wenn neue Funde veröffentlicht werden.

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