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Gespenster im alten Rom: Wie die Römer Geister bannten

30. Oktober 202611 Min. LesezeitRead in English
Ein römisches Atrium bei Nacht, in der Mitte steht eine schwach leuchtende, hagere Gestalt in zerlumpter Tunika mit Ketten, im Raum brennt eine einzelne ÖllampeAI

Hatten die Römer Halloween?

Morgen ist Halloween, und jedes Jahr kommt die Frage auf, ob die Römer so etwas schon kannten. Die kurze Antwort lautet nein: Halloween geht auf keltische und christliche Bräuche zurück, die nach dem Ende der römischen Welt entstanden. Aber die Römer kannten Geister, und sie nahmen sie ernst. Sie hatten Spukhäuser, Gespenster mit Ketten, Erscheinungen vor Schlachten und Feste, bei denen man um Mitternacht Bohnen über die Schulter warf, um die Toten aus dem Haus zu vertreiben. Und sie stritten darüber, ob das alles wahr sei.

Kurz gesagt: Für die Römer war ein Gespenst meist ein Mensch, dem etwas fehlte, vor allem ein ordentliches Begräbnis. Wer das ändern konnte, beendete den Spuk. Die Quellen sind ungewöhnlich gut: ein Brief von Plinius dem Jüngeren, den man fast als Kurzgeschichte lesen kann, Berichte von Sueton und Plutarch über Gespenster bei Caligula und Brutus, ein Gedicht von Ovid über ein Ritual und eine Satire von Horaz über Hexen auf einem Friedhof.

Existieren Gespenster wirklich?

Um das Jahr 100 n. Chr. schrieb der Senator Plinius der Jüngere an einen Freund, Lucius Licinius Sura, und stellte eine Frage, die uns heute vertraut ist: Gibt es Gespenster, haben sie eine eigene Gestalt und etwas Göttliches an sich, oder sind sie nur leere Einbildungen, die aus unserer Angst entstehen? Sura stammte aus Tarraco in Spanien, war ein reicher Senator, ein Berater des Kaisers Trajan und ein Förderer des Dichters Martial. Plinius hielt ihn für gelehrt genug, die Frage zu entscheiden.

Um sie zu stellen, erzählt Plinius Geschichten, und die bekannteste handelt von einem Haus in Athen. Der Brief ist der 27. im siebten Buch und lebt von der Mischung aus Spannung und Nüchternheit. Plinius sagt selbst, die erste Geschichte glaube er auf das Zeugnis anderer hin, für eine weitere, von seinem eigenen Freigelassenen Marcus, wolle er selbst bürgen. Suras Antwort ist nicht erhalten. Ob Plinius an Gespenster glaubte, bleibt deshalb offen.

Ein römischer Senator in Toga sitzt bei Öllampenlicht an einem Schreibtisch und schreibt mit einem Griffel auf eine Wachstafel, um ihn liegen PapyrusrollenAI
Plinius der Jüngere stellte seinem Freund Sura die Frage, ob es Gespenster gibt.

Das Klirren der Ketten

In Athen stand ein großes, geräumiges Haus, das als verflucht und ungesund galt. In tiefer Nacht hörte man ein Geräusch wie Eisenklirren, zuerst in der Ferne, dann immer näher, schließlich wie das Rasseln von Fesseln. Dann erschien die Gestalt eines Greises, ausgemergelt und schmutzig, mit langem Bart und gesträubtem Haar, an Händen und Füßen in Ketten. Die Bewohner verbrachten angstvolle, schlaflose Nächte, wurden krank und starben, und selbst am Tag quälte sie die Erinnerung. Am Ende stand das Haus leer, ganz dem Gespenst überlassen.

Dann kam ein stoischer Philosoph namens Athenodorus nach Athen. Er las den Zettel am Haus, fand den Preis verdächtig niedrig, ließ sich den Grund sagen und mietete das Haus gerade deshalb. Am Abend schickte er seine Diener in den hinteren Teil, setzte sich in den vorderen Raum und begann zu schreiben, damit sein Geist beschäftigt war und er sich nichts einbildete. Dann kam das Klirren. Er sah nicht auf. Das Geräusch wurde lauter, die Gestalt trat ein und winkte mit dem Finger. Athenodorus machte ein Zeichen, sie solle warten, und schrieb weiter. Das Gespenst rasselte mit den Ketten über seinem Kopf. Jetzt nahm er die Lampe und folgte dem Greis, der langsam ging, als hindere ihn das Eisen, bis in den Hof, wo er verschwand. Athenodorus markierte die Stelle mit Gras und Blättern.

Am nächsten Tag bat er die Behörden, dort graben zu lassen. Man fand Knochen, verschlungen mit Ketten. Sie wurden auf öffentliche Kosten bestattet, und danach spukte es nie wieder. Die Pointe ist römisch: Das Gespenst wollte nichts Böses, es wollte beerdigt werden.

Ein römischer Philosoph in Tunika sitzt schreibend an einem Tisch in einem dunklen Atrium, hinter ihm steht eine blasse, schwach leuchtende Greisengestalt mit Ketten, eine Öllampe brenntAI
Athenodorus schrieb weiter, bis das Gespenst ihn zum Grab seiner Knochen führte.
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Ein Gespenst ist ein unbestatteter Toter

Die Geschichte von Athen zeigt, was die Römer glaubten: Ein Toter, der nicht ordentlich bestattet war, fand keine Ruhe. Das Wort für solche Geister war "lemures", für die, die in Häusern spukten, "larvae", beide galten als feindselig. Davon unterschied man die "manes", die wohlwollenden Totengeister der Ahnen, denen man im Februar am Grab Gaben brachte. Nach verbreiteter Darstellung sah man in den Lemures vor allem Tote, die jung, gewaltsam oder ohne Begräbnis gestorben waren.

Das erklärt, warum Gespenstergeschichten in Rom so oft mit Gräbern enden. Man grub nach, bestattete und der Spuk war vorbei. Es erklärt auch, warum die Römer so viel Wert auf Rituale rund ums Begräbnis legten: Wer sie vernachlässigte, riskierte mehr als Anstand. Und es erklärt zwei der berühmtesten Gespenster der römischen Geschichte, das eine mit einem schlecht verbrannten Leichnam, das andere mit schlechtem Gewissen.

Der Kaiser, der nicht schlafen konnte

Kaiser Caligula wurde im Januar 41 n. Chr. ermordet. Nach Sueton litt er schon zu Lebzeiten an Schlaflosigkeit: Er schlief höchstens drei Stunden und wurde von seltsamen Erscheinungen geplagt, einmal träumte er, der Geist des Ozeans spreche mit ihm. Nachts wanderte er durch die Säulengänge und rief nach dem Tageslicht.

Nach seinem Tod brachte man seinen Leichnam heimlich in die Gärten der Familie Lamia auf dem Esquilin, verbrannte ihn dort nur halb auf einem eilig errichteten Scheiterhaufen und deckte ihn mit Rasen zu. Später gruben seine Schwestern, die aus der Verbannung zurückgekehrt waren, ihn wieder aus, verbrannten ihn vollständig und setzten ihn bei. Davor, so Sueton, sei es allgemein bekannt gewesen, dass die Wächter der Gärten von Geistern gestört wurden und dass in dem Haus, in dem er erschlagen wurde, keine Nacht ohne eine furchtbare Erscheinung verging, bis das Haus abbrannte.

Der Herausgeber einer Online-Ausgabe der Sueton-Texte vermutet, die Geschichte könnte ein Wortspiel sein. "Lamiae" hießen in der römischen Vorstellung blutsaugende weibliche Geister, und der Spuk lag in den Gärten der Familie Lamia. Das wäre ein Witz, der sich zu "es ist allgemein bekannt" verselbstständigte. Das ist eine Vermutung, kein Beleg. Aber sie zeigt, wie Sueton arbeitet: Er sammelt Gerüchte und gibt sie weiter.

Ein römischer Garten auf einem Hügel liegt im Mondlicht, Zypressen und Marmorstatuen stehen im Nebel, auf einer Steinbank brennt eine einzelne Öllampe, keine MenschenAI
In den Gärten der Familie Lamia auf dem Esquilin wurde Caligulas Leichnam halb verbrannt.

Die Erscheinung vor Philippi

Die berühmteste römische Geistererscheinung steht bei Plutarch. Brutus, der Mörder Caesars, wollte 42 v. Chr. sein Heer von Asien aus nach Europa führen. Er war ein Mann, der wenig schlief und nachts noch arbeitete. Es war sehr spät, das Zelt nur schwach beleuchtet, das Lager still, da glaubte er, jemand trete ein. Er sah eine seltsame, schreckliche Gestalt, ungeheuer groß, die stumm neben ihm stand. Er fragte, ob sie ein Gott oder ein Mensch sei und was sie wolle. Die Erscheinung antwortete: "Ich bin dein böser Genius, Brutus, und du wirst mich bei Philippi sehen." Brutus sagte ruhig: "Ich werde dich sehen."

Als die Gestalt verschwunden war, rief er seine Diener, aber sie hatten nichts gehört und nichts gesehen. Am Morgen erzählte er Cassius davon. Bei Philippi siegte Brutus in der ersten Schlacht über den Gegner vor ihm und plünderte das Lager des jungen Caesar. Vor der zweiten Schlacht erschien ihm dieselbe Gestalt wieder, schwieg diesmal, und Brutus verstand, was sie bedeutete. Plutarch deutet die Erscheinung als Zeichen, dass die Götter den Mord an Caesar nicht billigten.

Was Brutus wirklich sah, wissen wir nicht. Schlafmangel, Angst vor der Schlacht und die Last des Mordes sind plausible Erklärungen. Plutarch jedenfalls nahm die Erscheinung ernst: Er erzählt sie gleich zweimal, in den Lebensbeschreibungen von Brutus und von Caesar.

Schwarze Bohnen um Mitternacht

Gegen Hausgeister gab es ein Ritual, die Lemuria, die an drei Tagen im Mai gefeiert wurde, am 9., 11. und 13. Die einzige ausführliche Beschreibung steht in Ovids Festkalender "Fasti". Der Hausherr stand um Mitternacht auf und ging barfuß durchs Haus. Er wusch sich dreimal die Hände mit Quellwasser und machte mit dem Daumen zwischen den Fingern ein Zeichen gegen Geister. Dann nahm er schwarze Bohnen in den Mund, warf sie hinter sich über die Schulter, ohne sich umzusehen, und sagte neunmal: "Ich schicke diese; mit diesen Bohnen löse ich mich und die Meinen aus." Danach schlug er auf Bronze und rief die Geister seiner Väter auf, das Haus zu verlassen.

Während der Lemuria blieben die Tempel geschlossen, und man heiratete nicht. Dazu passt ein römisches Sprichwort: Wer im Mai heirate, heirate schlecht. Als Ursprung nennt Ovid einen Mord: Romulus habe den Schatten seines Bruders Remus besänftigen wollen, den er getötet hatte. Das ist eine Gründungslegende und kein Beleg.

Ein römischer Mann in Tunika geht barfuß in einem dunklen Haus um Mitternacht und wirft schwarze Bohnen über seine Schulter, eine Öllampe wirft lange Schatten über das AtriumAI
Bei der Lemuria warf der Hausherr um Mitternacht schwarze Bohnen hinter sich.

Die freundlichen Toten und das offene Tor

Dem Mai stand der Februar gegenüber. Vom 13. bis 21. Februar feierten die Römer die Parentalia, ein neuntägiges Fest für die Ahnen. Die Tempel waren geschlossen, es gab keine Hochzeiten, und die Magistrate trugen keine Amtszeichen, weil keine Geschäfte geführt wurden. Familien besuchten die Gräber, und die Toten bekamen Speisen. Am letzten Tag, den Feralia, sprach der Hausvater um Mitternacht zu den bösartigen Seiten der Toten, nach Ovid ein älterer, urtümlicherer Brauch. Auch sonst gedachte man der Toten, etwa an den Kalenden, Nonen und Iden, an denen man Lampen am Grab entzünden konnte.

Dazu kam der "mundus", eine Grube in Rom, die dreimal im Jahr geöffnet wurde. Der Gelehrte Varro schrieb, dann stehe "gleichsam das Tor der finsteren Götter der Unterwelt offen". An diesen Tagen kämpften die Römer keine Schlachten, stachen nicht in See und heirateten nicht. Die Grenze zwischen Lebenden und Toten war also ein fester Teil des Kalenders, kein Aberglaube am Rand.

Wer eine Linie zu Halloween ziehen will, kann das tun, muss aber vorsichtig sein. Das Pantheon in Rom wurde am 13. Mai, dem letzten Tag der Lemuria, in eine Kirche für Maria und die Märtyrer umgewidmet. Man hat versucht, daraus eine Linie zu Allerheiligen zu ziehen. Ein klarer Beleg dafür fehlt, und die Lemuria lagen im Mai, nicht im Herbst.

Canidia und Sagana auf dem Friedhof

Rom hatte auch Hexen. In der achten Satire seines ersten Buches erzählt Horaz von zwei Frauen, Canidia und Sagana, die nachts in die Gärten des Maecenas auf dem Esquilin eindringen. Dort stand ein hölzerner Priapus, ein Fruchtbarkeitsgott, als Wächter, und er erzählt die Geschichte selbst. Das Gelände war zuvor ein Friedhof für Arme und Hingerichtete gewesen, mit offenen Gruben, den "puticuli". Maecenas hatte es im Zuge der Erneuerung Roms unter Augustus in einen Park verwandelt. Horaz feiert das: "Jetzt kann man auf dem gesunden Esquilin wohnen." Er beschreibt, wie der Boden einst von gebleichten Knochen weiß war.

Die beiden Frauen kommen, um Knochen und Kräuter für Zauber zu holen. Sie gruben eine Grube für ein Opfer an die Unterweltgötter, verbrannten Figürchen und riefen die Schatten an. Der Priapus sieht ihnen zu, mit einem Schrecken, der in einer derben Pointe endet: Mit einem lauten Geräusch, bei dem die Holzfigur reißt, vertreibt er die Frauen. Der Text ist als Satire gemeint, mit Humor, und die Hexen sind literarische Figuren. Aber er zeigt, wie man sich das Grenzland zwischen Stadt und Totenreich vorstellte: Der Esquilin war ein Hügel, auf dem die Toten noch im Boden lagen, als schon die Villen standen. Maecenas vermachte die Gärten bei seinem Tod 8 v. Chr. Augustus. Die Gärten der Lamia lagen in der Nähe.

Zwei alte Frauen mit losem grauem Haar in dunklen Gewändern graben nachts in einem mondbeschienenen Garten eine Grube, eine hölzerne Priapus-Statue steht daneben, Nebel liegt über dem BodenAI
Horaz lässt Canidia und Sagana auf dem ehemaligen Friedhof des Esquilin nach Knochen graben.

Wenn das Recht nicht reicht

Neben Geistern und Hexen hatten die Römer eine ganz alltägliche Magie: die Fluchtafel, lateinisch "defixio", "festbinden". Es war ein dünnes Bleiblatt, etwa so groß wie eine Postkarte, in das man einen kurzen Text ritzte. Fluchtafeln waren etwa von 500 v. Chr. bis 500 n. Chr. im Umlauf und wurden in Athen, Rom, Spanien, Syrien und England gefunden. Man vergrub sie, warf sie in Wasser oder nagelte sie an eine Wand.

Die berühmteste Sammlung stammt aus Bath, dem römischen Aquae Sulis. Dort wurden 1979 und 1980 in der heißen Quelle rund 130 Tafeln gefunden. Fast alle sind "Gebete um Gerechtigkeit": Badegäste, denen im Bad Kleidung, Schmuck oder Münzen gestohlen wurden, übergaben den Dieb der Göttin Sulis Minerva. Eine Tafel vermacht der Göttin sechs verlorene Silbermünzen, eine andere verlangt vom Dieb eines Kapuzenmantels Strafe, ob Sklave oder Freier, Mann oder Frau. Manche wünschen dem Täter, Schlaf, Gesundheit und Besitz zu verlieren, bis er zurückgibt. Eine nennt sogar ein Wort in keltischer Sprache, das einzige seiner Art. Die Sammlung gehört seit Jahren zum UNESCO-Register Memory of the World.

Man kann die Tafeln als Gerechtigkeit der kleinen Leute lesen: Wo kein Gericht half, rief man Götter an. Dass sie wirkten, glaubte man vermutlich. Dass die Römer Geister, Flüche und Götter ernster nahmen als wir, heißt nicht, dass sie leichtgläubig waren. Plinius stellte seine Frage an Sura gerade deshalb.

Eine zusammengerollte Bleitafel mit eingeritzter Schrift liegt bei Lampenlicht auf einem Steinrand neben einer dampfenden heißen Quelle in einem römischen Bad, keine MenschenAI
In Bath warfen Römer Fluchtafeln in die heiße Quelle der Göttin Sulis Minerva.

Der Überblick auf einen Blick

Zum Schluss die Kurzfassung, damit zwischen Fakt und Erzählung nichts verwischt.

EinordnungWas dazugehört
Gut belegtDer Brief des Plinius an Sura (7,27) mit der Frage nach Gespenstern; die Lemuria am 9., 11. und 13. Mai (Ovid, Fasti 5) mit Bohnenritual, geschlossenen Tempeln und Heiratsverbot; die Parentalia vom 13. bis 21. Februar und die Feralia; Suetons Bericht (Caligula 59) über den halb verbrannten Leichnam und die Erscheinungen; Plutarchs Bericht über Brutus' Erscheinung vor Philippi; Horaz' Satire 1,8 über Canidia im Esquilin-Park des Maecenas; der Esquilin als früherer Friedhof mit offenen Gruben; rund 130 Fluchtafeln aus Bath
ÜberliefertDie Gespenster selbst (Spukhaus in Athen, Caligulas Geist, Brutus' böser Genius); dass Athenodorus die Knochen wirklich fand; Ovids Ursprung der Lemuria in der Geschichte von Remus
OffenOb Plinius an Gespenster glaubte und was Sura antwortete; ob der Spuk bei Caligula ein Wortspiel mit "lamiae" war; was Brutus wirklich sah; ob die Lemuria mit Allerheiligen oder Halloween zusammenhängen

Ein Bild aus fünf Blickwinkeln

Die römischen Geister zeigen, wie viel Weltbild in einem Aberglauben steckt. In HistoryBytes ist jede Season in fünf Kategorien aufgeteilt, und diese Geschichte berührt alle fünf: Plinius der Jüngere als Person, der Esquilin als Ort, die Erscheinung des Brutus vor Philippi als Ereignis, der Glaube an die ruhelosen Toten als Idee, die Fluchtafel als Objekt. So entsteht in der Season Emperors of Rome das Gesamtbild einer Welt, in der Götter, Tote und Gesetze im Alltag zusammenhingen.

Die Antwort an Sura

Plinius wollte von Sura wissen, ob Gespenster existieren. Eine Antwort ist nicht erhalten, und vielleicht ist das gut so: Die Quellen zeigen eine Welt, in der man beides zugleich tat, an Geister glauben und darüber streiten. Der Philosoph in Athen schrieb weiter, während es klirrte. Brutus sagte "Ich werde dich sehen". Und der Hausherr warf mitten in der Nacht Bohnen hinter sich, ohne sich umzudrehen. Wenn man morgen vor einer Tür mit Kürbis und Kerze steht, kann man sich an diese Männer erinnern. Sie hatten Angst, und sie wussten, was zu tun war: die Knochen finden und bestatten.

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